Ernst Moritz Arndt Statue in Bonn verschönert

Ernst Moritz Arndt Statue verschönert

Kürzlich fanden wir ein tolles Bekennerschreiben auf Indymedia, dass gern wir hiermit dokumentieren.

Ernst Moritz Arndt-Statuen kommentieren – Zusammenhänge aufdecken

In der vergangenen Nacht wurde das Denkmal für Ernst Moritz Arndt kommentiert – nun prangt auf ihm der Titel „Antisemit“ und „Rassist“. Ernst Moritz Arndt wurde 1869 in einfachen Verhältnissen auf Rügen geboren und schlug bald eine wissenschaftliche Laufbahn in den Fächern evangelische Theologie, Geschichte und Erd- und „Völker“kunde ein. So wurde er schließlich 1806 außerordentlicher Professor der Universität Greifswald, floh allerdings bald vor Napoleon. 1818 konnte er wieder die Professorenstellung aufnehmen, diesmal an der Universität Bonn, wurde dort jedoch 1820 suspendiert, weil er deutsche Einheit und Verfassungsstaat forderte. Dieses „Eintreten“ für das „deutsche Vaterland“ galt, aber gilt immer noch, vielen als Rechtfertigung, sein patriotisches „Vermächtnis“ durch Benennung von öffentlichen Einrichtungen oder Erhalten von Statuen lebendig zu halten. Dass Ernst Moritz Arndt einer der ersten Vertreter des modernen Antisemitismus war und sein „Patriotismus“ sich vor allem im Hass auf Französ*innen und Jüd*innen konstituierte, wird dabei übersehen. Schön aufzeigen lässt sich das an der Würdigung Arndts auf der Internetseite der Stadt Bonn, wo sich erst im letzten Satz bemüht wird, seine antisemitische Haltung träge zu erwähnen. So heißt es: „In den letzten Jahrzehnten wird zunehmend seine polemische und zum Teil herabwürdigende Haltung gegen Fremde, insbesondere gegen Franzosen und Juden betont.“ Darin steckt eine bedenkliche Verharmlosung, die zeigt, dass Menschen in Deutschland nicht einsehen wollen, dass der Antisemitismus, der sich im 20. Jahrhundert voll Bahn brach und vernichtend zuschlug, bereits in den patriotischen Wurzeln Deutschlands liegt. Ernst Moritz Arndts Haltung gegenüber Jüd*innen war nicht lediglich herabwürdigend, sondern von Hass durchtränkt. So schrieb er: „Ein Artikel (…) wird jährlich in Teutschland eingeführt, nemlich Franzosen und Juden. Doch der teutschen Menschenzucht ist er äußerst schädlich, sowohl in Hinsicht der Vergiftung der ächten teutschen Sitten, als der Verschlechterung des edlen teutschen Stammes.“ Weiter warnte er vor einer „unreinen Flut“ an Jüd*innen „von Osten her“. Die Jüd*innen seien ein Volk, dass der „Harten Arbeit“ nicht fähig sei und deswegen nach jedem „leichten und flüchtigen“ Gewinn streben – natürlich auf Kosten anderer, so das antisemitische Wahnbild des jüdischen „Parasiten“. Auch der Mythos einer jüdischen Verschwörung darf nicht fehlen. Arndt behauptete, die Jüd*innen hätten sich der Medien bemächtigt, „wodurch sie (…) jede heilige und menschliche Staatsordnung als Lüge und Albernheit in die Luft blasen möchten.“

In Arndts Ideologie sind also die wesentlichen Elemente des modernen Antisemitismus schon enthalten. Erstens das rassische Denken, welche Jüd*innen als minderwertiges und „perfides“ Volk herabzusetzen versucht, zweitens der Verschwörungsmythos und drittens der Glaube, dass Jüd*innen dem „deutschen Volk“ und seiner Reinheit schaden würden.

Sein gefeierter Patriotismus ist mit seinem Hass auf Jüd*innen wesentlich verknüpft. Arndt hielt sich in einem völkischen Opferdenken, nach dem das „deutsche Volk“ von den Französ*innen in seiner „Kraft und Unschuld“ „entehrt“ und „verwüstet“ wurde. In seinen Schriften findet in diesem Zusammenhang auch eine identisch-Setzung des französischen „Volkes“ mit dem Jüdischen statt. „Juden nenne ich sie (…) wegen ihres judenartigen Zusammenlebens.“ Dem Wohl des „deutschen Volkes“ steht nach Arndt also das Jüdische entgegen, als innerer Feind in Form von „Rassenvermischung“ sowie als äußerer Feind in Frankreich oder als „unreine Flut“ von Osten.

Ernst Moritz Arndts gefeierter und vielfach honorierter Patriotismus steht wesentlich in Zusammenhang mit seinem völkischen Denken und Antisemitismus. Es ist typisch für den zeitgenössischen deutschen Patriotismus oder eher Nationalismus, seine Wurzeln nicht sehen zu wollen und seinen Antisemitismus, mit dem er wesentlich verknüpft ist, als einer der vielen Verirrungen der Welt im 20. Jahrhunderts zu betrachten. Uns geht es darum die Wurzeln der Deutschtümmlerei auszureißen und Zusammenhänge aufzudecken.

Weg mit der Statue von Ernst Moritz Arndt, gegen jeden Antisemitismus und Deutschland.

25 Solingen-Anschlag

Heute vor 25 Jahren ereignete sich in Solingen ein rassistischer Anschlag.

Wir waren am Samstag mit einigen Genossen von Nika NRW und AOBN auf der alljährlichen Demo um den Opfern zu Gedenken und zu zeigen, dass der antifaschistische Widerstand heute wie damals unabdingbar ist.

Never forgive! Never forget!

https://tinyurl.com/q8ogszp
www.solingen1993.info

Solingen 2018
Solingen 2018

#BeTheRedLine

Ein Beitrag von Ende Gelände

Was läuft alles während der Aktionstage (24.-29.8.) im Rheinland?

Während der Aktionstage wird es vielfältigen und bunten Protest geben. Neben Ende Gelände sind zahlreiche Gruppen mit unterschiedlichen Protestformen für Klimagerechtigkeit aktiv. Am 26. August ziehen lokale Initiativen und Umweltverbände am Hambacher Forst eine „Rote Linie“ gegen den weiteren Abbau von Braunkohle. Das Jugendnetzwerk für politische Aktionen (JunepA) und das ZUgabe-Netzwerk rufen zur niedrigschwelligen Sitzblockade „Kohle erSETZEN“ auf. Kleingruppen werden unter dem Motto „Zucker im Tank“ aktiv. Damit alle Beteiligten eine Basis haben, gibt es dieses Jahr nicht nur ein, sondern gleich DREI Klimacamps mit vielseitigem Bildungsangebot (18.-29.8.). Und als Sahnehäubchen oben drauf begrüßen wir zum dritten Mal die Degrowth Sommerschule (18.-23.8.).
Eine vollständige Übersicht mit weiterführenden Links zu allen Aktionen findet ihr hier: https://www.ende-gelaende.org/de/rote-linien/

Und zum Einstimmen nochmal das wundervolle Video #BeTheRedLine

https://www.facebookcorewwwi.onion/BaggerStoppen/videos/1901355033522282/

Ein persönliches Gedenken zum Mord an Benno Ohnesorg

50 Jahre: 2. Juni 1967
Teil 1 von 2

Es liegt eine erstaunliche Ruhe über den deutschen Städten. Erstaunlich, fragt Ihr Euch? „Wieso denn“, könntet Ihr sagen, „bei dieser Hitze und dem schwülen Klima ist das kein Wunder“. „Erstaunlich“, sage ich, „weil sich der Mord an Benno Ohnesorg diesen Freitag zum 50. Mal jährt“. Und alles bleibt still.

Damals fanden sich vor dem Berliner Opernhaus hunderte Demonstranten und Schaulustige ein, die den Besuch des Schahs von Persien und seiner Frau begleiten wollten, viele von Ihnen kamen um gegen Folter, Unterdrückung und die staatlichen Ermordungen im Iran zu protestieren. Die Polizei löste im Folgenden die friedliche Versammlung ohne Rücksichtnahme auf Gesinnung der Teilnehmenden gewaltsam auf und verursachte eine Massenpanik. Der eher unpolitische Lehramtsstudent Benno Ohnesorg wird im Verlauf der Treibjagd der Polizei in einem Hinterhof gestellt und von meheren Beamten körperlich misshandelt und schließlich von einem Kriminalpolizisten in Zivil, Karl-Heinz Kurras, aus kurzer Distanz in den Kopf geschossen. Der Mord wird zu Beginn von Polizei und Politik vertuscht und die Schädel des Leichnams derart von Unbekannten retuschiert, dass ein Einschussloch nicht mehr zu erkennen ist. Das Motiv des Mörders ist bis heute, vor allem wegen dem fehlendem Aufklärungswillen des Staates, nicht geklärt. Vermutungen legen nahe, dass er entweder ein Exempel gegen die antiautoritären Strömungen statuieren wollte oder von seiner eigenen Spionagetätigkeit für die DDR ablenken wollte. (mehr…)

Zum ersten Mai in Bonn

Dieser Bericht erhebt keinen Anspruch auf objektive Wahrheit.

Ein ereignisreiches Wochenende neigt sich dem Ende zu und ein weiteres Mal hat das beschauliche Bonn es sich nicht nehmen lassen, mit Aufregung und Krawall zu glänzen. Wie im letzten Jahr hat der erste Mai alte Konflikte und Probleme aufgedeckt, thematisiert und verschlimmert. Wie im letzten Jahr schreiben wir einen Text hierzu, der aller Voraussicht nach Ungunst von allen Seiten hervorbringen wird. Nichtsdestotrotz haben wir uns zur Veröffentlichung entschlossen.
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